Derbysieg – stimmungsreiches Derby trotz Stimmungsboykott

Nun war es also endlich soweit. Das rheinische Derby stand wieder auf dem Spielplan. Eine Revanche für die unglückliche, aber durchaus auch verdiente 1:0 Niederlage aus dem Hinspiel sollte her. Im Vorfeld der Partie wurde einiges geschrieben. Die aktive Kölner Fanszene demonstriert in Rheydt gegen Kollektivstrafen, Solidarisierung unserer Ultras durch einen Stimmungsboykott während des Spiels, erhöhte Sicherheitsmaßnahmen, inklusive Glasflaschen- und Dosenverbot am Stadion. Schön, dass im Anschluss an etliche Debatten und Diskussionen auch tatsächlich Fußball gespielt wurde.

Stimmungsboykott – ja oder nein?

Die Frage, die viele Borussen im Vorhinein am meisten beschäftigte: Wie verhält sich die gesamte Nordkurve stimmungstechnisch während des Spiels? Die Ultras hatten sich klar positioniert. Doch wie reagiert der Rest? Wird es eine stille, grauenhafte und leblose Veranstaltung auf den Rängen wie im Hinspiel oder zeigt unsere Kurve, dass unsere Fanszene nicht unbedingt abhängig von einer relativ kleinen Gruppe von Einheizern ist? Zu Bökelberg-Zeiten hat es schließlich auch funktioniert. Eine weitere spannende Frage war also, zusätzlich zur ohnehin spannenden sportlichen Derby-Ausgangslage, ungeklärt.

Dahoud belohnt aktive Anfangsphase

Gladbach-Köln_20.02.2016
Einheizen kurz vor Anpfiff des rheinischen Derbys

Mit Beginn des Spiels legten unsere Jungs auf dem Platz, aber auch wir in der Nordkurve, los wie die Feuerwehr. Die erste Chance verbuchte Oscar Wendt nach etwa 70 Sekunden. Der Ball lief sehr ansehnlich durch die eigenen Reihen und mündete schließlich in der frühen Führung. Nach schöner Kombination über Elvedi, Stindl und Raffael landete der Ball bei Mo Dahoud, der überlegt mit dem rechten Außenrist ins rechte untere Eck vollendete. Der Borussia-Park stand Kopf. Vom Stimmungsboykott bis dahin nichts zu spüren. Weitere hochkarätige Chancen sollten in der 1. Halbzeit noch folgen. Das einzige was fehlte war der 2. Treffer.

Derbysieg über die Zeit gerettet

In Halbzeit 2 verwaltete unsere Borussia die knappe Führung ein wenig zu sehr. Unsere Gäste aus der Domstadt kamen zu vereinzelten Chancen. Die dickste Möglichkeit klärte Lars Stindl in der 80. Minute auf der Linie. Mit vereinten Kräften und bissig geführten Zweikämpfen konnte der Derbysieg über die Zeit gerettet werden. Eine konsequentere Chancenauswertung und ein besser aufgelegter Schiedsrichter Kircher (Gelb-Rot für Maroh überfällig) hätten wahrscheinlich frühzeitiger für Ruhe sorgen können. Egal, der Derbysieg war unter Dach und Fach.

Standesgemäße Derbystimmung im Rahmen der Möglichkeiten

Was bleibt als Fazit? Die Revanche ist gelungen. Unser rheinischer Nachbar wurde verdient besiegt und unsere Nordkurve hat stimmungstechnisch weit mehr drauf, als viele vielleicht im Vorhinein dachten. Trotz Boykott unserer Ultras kamen kaum längere Phasen der Stille auf. Für ein wenig mehr Ordnung in den Gesängen hätten unsere Ultras sicherlich gesorgt. Jedoch wurden unsere Jungs bis in die Schlussphase hinein nach vorne gepeitscht und so haben sich auch alle Borussen auf den Rängen den Derbysieg mehr als verdient.